Resilienz – Alle reden davon, aber wird’s damit auch besser?

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Heute möchte ich eine Reihe in meinem Blog starten zum Thema “Resilienz”. Der Begriff fällt immer wieder, doch was verbirgt sich dahinter? Wozu kann es helfen? Wie können Sie selbst davon profitieren?

Woher kommt der Begriff “Resilienz”?

Der Begriff “Resilienz” wird nicht nur im Zusammenhang mit Stress oder Krisen verwendet. Wikipedia zählt beispielsweise folgende Disziplinen auf:

  • Materialwissenschaften (Fähigkeit eines Materials, nach einer elastischen Verformung in den Ausgangszustand zurückzukehren)
  • Zahnmedizin (Eigenschaft von Geweben, nach verformender Belastung in den Ausgangszustand zurückzukehren)
  • Ökosystem (Fähigkeit eines Ökosystems, nach einer Störung zum Ausgangszustand zurück zu kehren)
    und natürlich auch:
  • Psychologie (psychische Widerstandsfähigkeit)

Immer geht es um ein bestimmtes Muster: Etwas gerät unter Druck oder wird gestört. Doch schafft es dieses “Etwas” wieder zurück in den Ausgangszustand, kann mit der Störung umgehen oder sich anpassen.

Deshalb wird die psychische Widerstandsfähigkeit gerne auch als die “Qualität eines Stehauf-Männchens” beschrieben.

In der Psychologie ist wohl Emmy Werner die “Mutter der Resilienz”. Sie beobachtete in den 1970ern Kinder, die in schwierigen Verhältnissen (Gewalt in der Familie, Armut, niedriger Bildungsstand, …) groß geworden sind, denen es jedoch gelungen ist, nicht daran zu zerbrechen. Diese Kinder hatten also bestimmte Fähigkeiten und Strategien, die ihnen einen guten Umgang mit den Verhältnissen ermöglichte. Das heißt, diese Kinder sind nicht nur in einen “Ausgangszustand” zurückgekehrt, sie haben sich durch die widrigen Umstände sogar entwickelt.

Resilient sein bedeutet, durch Fähigkeiten und Strategien mit Stress und krisenhaften Situationen umgehen zu können und daran sogar zu wachsen. Resilienz bedeutet nicht, dass es diese schwierigen Situationen nicht mehr gibt!

Ein Fallbeispiel: Tim

Resilienz1Darf ich Ihnen Tim vorstellen? Tim arbeitet in einem Büro. Vor kurzem kam ein größerer Auftrag für die Firma rein, was alle gefreut hat. Doch inzwischen stapeln sich Papiere auf seinen Schreibtisch, sein Chef will ständig etwas von ihm, das Telefon klingelt auch noch.

Tim weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Alles ist ihm zu viel, ein wahrer “Berg an Arbeit” steht vor ihm und er weiß nicht mehr, wo er anfangen soll. Wie blockiert ist er da.

In den nächsten sieben Wochen werde ich hier in meinem Blog zeigen, mit welchen Grundhaltungen und Fähigkeiten Tim diese Situation meistern kann.

Eine kleine Übung möchte ich Ihnen für die nächste Woche auf den Weg geben:

Was müsste passieren...

… damit es Ihnen so ergeht wie Tim? Was muss alles zusammenkommen, damit Sie in den Zustand kommen: “Ich will hier nur noch raus & weg!”

Und falls Sie bereits einmal in einer solchen Situation waren, was hat Ihnen geholfen, dort wieder herauszukommen?

Notieren Sie sich das und entdecken Sie in den nächsten Wochen, welche Strategien Sie vielleicht jetzt schon besitzen! Bis dahin wünsche ich Ihnen eine stressfreie Woche.

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