Resilienz: Optimistisch ans Werk

 In Allgemein, Resilienz

Schauen wir noch einmal kurz zurück auf den Blogpost, den ich letzte Woche geschrieben habe. Dort habe ich erklärt, dass Resilienz nicht heißt, es gibt keine kritischen, schwierigen oder krisenhafte Episoden mehr im Leben. Das Leben stellt uns immer Aufgaben. Die Frage ist vielmehr: Wie gehe ich damit um?

Heute beginnen wir mit der ersten von drei Grundhaltungen, dem Optimismus.

Grundhaltung 1: Optimismus

Stellen Sie sich eine Skala von links nach rechts vor. Ganz links finden wir den Pessimismus und ganz rechts den puren Optimismus. Irgendwo auf dieser Skala ist genau der richtige Platz, die Frage ist nur wo?

Betrachten wir die beiden Enden:

  • Der Pessimist denkt eher: Alles wird schief gehen, das klappt ja eh nicht, ich konnte das ja noch nie.
  • Wenn es schief geht, hat der Pessimist eine Bestätigung: Ich habe es ja gewusst.
  • Damit der Pessimist ins Tun kommt, braucht er eine große Vermeidungs-Strategie: Weil ich nicht will, dass das Schlechte passiert, mache ich … Das ist nach meinem Empfinden eine Möglichkeit, um ins Handeln zu kommen, die jedoch auch sehr kräftezehrend ist.
  • Der (pure) Optimist denkt eher: Alles easy going, das klappt schon. Irgendwie kommt es schon richtig.
  • Dieser Optimist verkennt hierbei jedoch, dass er einen Teil selbst dazu beitragen kann oder muss.
  • Auf andere wirkt ein Optimist dann wie ein Träumer oder jemand, der sich selbst überschätzt.
Resilienzhaus1

Wir dürfen also gerne die beiden Enden unserer Pessimismus-Optimismus-Skala als nicht förderlich definieren. Doch wo zwischen diesen beiden extremen Formen liegt das Optimum?

Realistische Optimisten erkennen die Schwierigkeit einer Situation und sind sich bewusst, dass es auch mal nicht “leicht” ist. Doch sie haben mindestens diese drei Überzeugungen:

  • In jeder schwierigen Situation steckt auch ein Gewinn. Vielleicht ist er jetzt noch nicht sichtbar, doch es kommt die Zeit, da wird das klar sein.
  • Ein realistischer Optimist vertraut darauf, dass die im Moment schwierige Situation einen guten Ausgang nimmt; und er ist sich dabei bewusst, dass dafür Mühen und Arbeit notwendig sind.
  • Die Tatsache, sich gerade im Stress zu befinden, hat nichts mit der eigenen Person zu tun. Sie empfinden sich trotz der aktuellen Schwierigkeiten als wertvoll.

Der große Vorteil dieser Sichtweise ist der Fokus auf die Lösung bzw. den guten Ausgang auf die missliche Situation, wohl wissend, dass es Mühen kosten wird.

Wie kann Tim davon profitieren?

Letzte Woche hatte ich in einem Fallbeispiel von Tim berichtet, der von der Arbeitsmenge überwältigt ist. Um sich in dieser ersten Disziplin zu üben, kleben wir ihm einen Spruch an den Badezimmerspiegel, damit er sich morgens und abends in Zuversicht üben kann:

  • “Am Ende ist alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es auch noch nicht das Ende.

Für ein wirklich resilientes Verhalten braucht es natürlich noch mehr. Doch wir sind ja auch erst bei der ersten Grundhaltung. Nächste Woche es dazu weiter.

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