Die Pille gegen Stress

 In Stressprävention

Endlich ist sie die da: Die Pille gegen Stress! Nur einmal täglich und Sie haben keinen Stress mehr!

Was für eine Wunschvorstellung. Doch leider muss ich Ihnen mitteilen, Stressopan ist meine Erfindung. Genau genommen habe ich auch nur die Verpackung erfunden. Warum es keine Pillen gegen Stress gibt und warum man manchmal doch Pillen bei Stress bekommt, möchte ich heute beschreiben.

Stress wirkt!

Stress ist wie das Salz in der Suppe: Ganz ohne schmeckt sie fade. Ist zu viel dran, schmeckt sie auch nicht. Die richtige Dosis macht es eben. Aber was macht sie?

Die richtige Menge Stress aktiviert und motiviert sogar, und zwar so lange, wie Sie sich nicht in der Überforderung fühlen. Hier spricht man gerne vom sogenannten Eu-Stress, nach dem griechischen Wort für gut (eu). Wenn Sie Eu-Stress erleben, bewerten Sie den meist sogar als “gut”, womit gleichzeitig auch ein Glücksempfinden stattfindet. (Überhaupt keinen Stress zu haben, beschreiben die meisten übrigens als “langweilig” oder gar als “tot”; das ist als Dauerzustand auch nicht wünschenswert.)

Dis-Stress, die negative Variante, ist dann einfach zu viel des Stresses. Auch diese Variante kann aktivieren, allerdings nicht in den Bereich der Motivation sondern wahrscheinlicher in den Bereich des Ärgers. Oder Sie fühlen sich wie gelähmt. Die Kompetenz, Lösungen zu finden, ist in der Regel eingeschränkt. Die Bewertung ist auf dieser Seite des Stresses: “schlecht”. Genau diese Sorte Stress ist es, die keiner will, und an der ich mit Ihnen arbeiten möchte.

Wie schon im Suppenbeispiel oben, geht es ja um die Dosis, denn grundsätzlich haben wir kein Problem damit, wenn mal ein bisschen Salz zu viel in der Suppe ist. Doch es kann zu viel werden:

  • Der gerade erlebte Stress ist massiv (z.B. in einer Gefahren-Situation).
  • Der Stressor taucht immer und immer wieder auf.

Die erste Variante scheint auf den ersten Blick die gefährlichere zu sein, weil die Körperreaktion z.T. massiv ausfallen kann – was aber gleichzeitig auch helfen kann, denn ein großer Adrenalinschub kann erstaunliche körperliche Leistungen hervorbringen.

Die zweite Variante halte ich für die gefährlichere: Leichte Reaktionen werden vielleicht gar nicht wahrgenommen, doch nach genügend Wiederholungen gewöhnt sich der Körper daran und adaptiert seine Reaktion. Eine mögliche Folge ist z.B. ein dauernd erhöhter Bluthochdruck oder Verdauungsprobleme. Und je länger das bleibt, desto massiver wird die Reaktion des Körpers. Oder anders ausgedrückt: Ein Magengeschwür infolge von Stress scheint plötzlich zu kommen, tatsächlich fand die Schädigung eher über lange Zeit hinweg statt.

Wenn Sie mit einem Leiden beim Arzt sind und er sie fragt: “Was ist denn eigentlich los?” könnte das ein Indiz darauf sein, dass irgend etwas Stress verursacht, v.a. dann, wenn andere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden können.

Wir lernen also:

Auch geringer Dis-Stress wirkt auf den Körper und kann langfristig zu schweren Erkrankungen führen.

Die Sache mit den Pillen

Die Frage, die ich an dieser Stelle oft höre, ist: “Was soll ich machen? Mein Arzt hat mir XY verschrieben.” Dabei kann XY für alles mögliche stehen, z.B. Schmerz- oder Beruhigungsmittel.

Ich frage dann meist zurück:

War das Fehlen der Arznei die Ursache des Stresses?

Durch diese logische Umkehr wird klar: Die Lösung “Arznei” zielt ab auf die körperliche und/oder emotionale Reaktion, löst jedoch nicht den verursachenden Stress. Mit der Arznei wird quasi eine Verbesserung gekauft zum Preis möglicher Nebenwirkungen und möglicher weiterer Reaktionen des Körpers auf den Stress.

Ich bin übrigens weit davon entfernt, die Hilfe, die uns die Pharmazie hier bietet, zu verteufeln. Im Gegenteil: Je nach den vorliegenden Umständen braucht es nämlich auch erst einmal wieder einen Zustand, der handlungsfähig und optimistisch macht. Spätestens jetzt sollte die Beschäftigung mit dem Stress anfangen, denn es gilt:

Wer an seinem Stress arbeitet und dort etwas für sich verbessert, macht etwas für seine Gesundheit – langfristig und nachhaltig.

Die gute Nachricht dahinter ist:

  • Sie können etwas für Ihre Gesundheit tun.
  • Sie haben die Chance, Ihre Zufriedenheit im Leben zu verbessern.
  • Die Änderungen, die dazu notwendig sind, gehen sehr oft in kleinen Schritten und Stück für Stück.

Im balancecoaching Kurs gehe ich noch näher auf die körperlichen Reaktionen und deren Folgen ein. Dazu gehört auch die Spirale in den Burnout, die ich ja gerade mit diesem Angebot präventiv vermeiden möchte.

Je früher Sie sich damit beschäftigen, desto leichter können Sie etwas für sich erreichen. Fangen Sie am besten gleich damit an.

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